
Mythos 116
Mythos 116
Ein historisches Ereignis erlangt im 21. Jahrhundert neues Leben!
11.06.2011, 20 Uhr, Berlin, Dom – Uraufführung (Infos hier)
16.09.2011, 19:30 Uhr, Leipzig, Museum der bildenden Künste
„… als hab ich wegen einer sonderbahren grossen Wolthat / und wunderlichen Errettung GOttes / so er mir im Jahr 1616. recht nach dem 116. Psalm Davids / aus väterlicher Gnade / Güte und Barmherzigkeit erwiesen / eben mit / und aus diesem 116. Psalm / und neben euch Herren Musicis allen sechtzehn / nicht nur sechtzehn mahl / sondern so lang ich lebe / so lang ich hier bin / und biß in alle Ewigkeit / seiner göttlichen Allmacht Danckopffern / und in den Höfen am Hause des HERRN für alle seinem Volck / meine Gelübde bezahlen wollen und sollen“
Die „wunderliche Errettung Gottes“, die dem Jenaer Kaufmann und Juristen Burckhard Grossmann 1616 zuteil wurde, war der Anlass eines großartigen Kompositionsauftrages: sechzehn mitteldeutsche Komponisten sollten eine fünfstimmige Vertonung des vollständigen 116. Psalmes in Martin Luthers Übersetzung anfertigen. Unter Ihnen finden sich die Meister der Kirchenmusik des beginnenden 17. Jahrhunderts – Heinrich Schütz, Johann Hermann Schein, Michael Praetorius und viele andere.
„Mythos 116“ erweckt diese Sammlung zu neuem Leben: vier Vertonungen aus dem Jahr 1616 erklingen in diesem Konzert – zwei von Meistern mit Weltruhm (Heinrich Schütz, Johann Hermann Schein) und zwei unbekannte, aber kostbare Raritäten (Nicolaus Erich, Johann Krause).
Gleichzeitig wird dieses historisches Ereignis nicht nur wiederbelebt, sondern mit neuem Geist gefüllt, denn Calmus vergab den Kompositionsauftrag 2010 erneut und beauftragte zwei der bedeutendsten mitteldeutschen Komponisten unserer Zeit, neue Vertonungen des 116. Psalms anzufertigen: Steffen Schleiermacher und Bernd Franke.
Das Wort ist die Grundlage aller Vokalmusik. Jeder Komponist interpretiert einen Text mit seiner Musik und schafft so seine ganz persönliche Lesart. Ebenso spiegelt ein Kompositionsstil den Zeitgeist seiner Epoche wieder. Genau dies macht „Mythos 116“ einzigartig: Die Subjektivität jedes Komponisten im Umgang mit dem Psalmtext eröffnet neue Horizonte, es ergeben sich interessante Vergleiche historischer und moderner Versionen, 17. und 21. Jahrhundert begegnen sich in diesem Programm auf innovative Weise.
Die Kompositionsaufträge werden gefördert von
der Schering Stiftung Berlin
und von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

