[...] Inhaltlich stand das Konzert unter dem großen Thema Liebe, das wunderschöne Blüten an musikalischen Kleinoden in allen Epochen der Musikgeschichte hervorgebracht hat.
Der Einstig mit italienischen Liebesliedern der Renaissance aus der Feder des eigenwilligen Komponistenfürsten Gesualdo da Vanosa gelang wahrhaft meisterlich.
Die Gesangskunst, die sich vor allem durch subtil abgestufte Pianowelten, schlanke vibratolose Tongebung, sensible Melodieführung, lupenreine Intonation und einen hohen Verschmelzungsgrad der einzelnen Stimmen im 5-stimmigen polyphonen Geflecht auszeichnete, fügte sich wunderbar in das Klangideal renaissancer Vokalmusik ein.
Mit perfekter Artikulation und Phrasierung deklamierte das Ensemble die affektgeladenen, figurierten Motive.
Das selbst die Anhäufung von Dissonanzen schmerzhaft schön sein kann, erlebten die Zuschauer hautnah in der zeitgenössischen Komposition von Dan Dediu, in der der Dichter den Verlust der Muse beklagt. Dieses höchst anspruchsvolle Vokalwerk, dass eigens für das Calmus Enmsemble komponiert wurde, beförterte einmal mehr die Ausnahmequalitäten dieses Ensembles ans Tageslicht.
Eine Traumwandlerische Intonationssicherheit selbst bei schwierigsten Intervallsprüngen und Sekundreibungen, makelloser Chorklang, ein scheinbarer Endlosatem auf intensiv ausgehaltenen Clusterklängen, der durch den Einsatz percussiver Laute und das Imitieren von Instrumenten durch die Stimme orchestrale Assoziationen weckte.
In den folgenden Liedern [...] zauberten die Sänger mit ihrem am reinen Wohlklangsideal orientierten ästhetischen Klangsinn und dem ungeheuren Reichtum an fein ausbalancierten Pianowelten hochromantisch zärtliche, intensive Albumblätter, die die Seele zu erwärmen vermochten. [...]
Unterhaltung auf höchstem Niveau in einer wohldosierten Mischung. [...]