28. Okt 2009
Blog: Zehnjähriges New Yorker Wiegenlied-Echo...
Eine extrem ereignisreiche Woche ist nun beendet - jedenfalls für uns -, und so ist es Zeit, an dieser Stelle ein wenig davon zu berichten. Bevor hier nun die Rede vom Jubiläumskonzert, vom ECHO Klassik, vom First Prize der Concert Artist Guild und vom Wiegenlieder-Projekt sein wird, eines vorab:
Vielen Dank - Calmus ist nun zehn Jahre alt; wir danken allen, die unseren Weg solange (oder auch kürzer) begleitet haben! Wir freuen uns sehr und hoffen, Sie auch die nächsten zehn Jahre an unserer Seite zu haben...
Nun aber zum Bericht, beginnend mit unserem Ausflug nach New York. - Noch eines vorab: Dies ist ein sehr langer Bericht; sollten Sie in fünf Minuten einen Termin haben, so könnte es knapp werden. Aber er wird auch noch dasein, wenn Sie wieder am Rechner sitzen...
Es ist schon immer wieder etwas Besonderes, über den Atlantik in die Vereinigten Staaten zu fliegen; dieses Mal aber war es nocheinmal ganz anders als sonst. Uns erwarteten neun Tage in New York, in denen es maximal drei Auftritte zu gestalten gab: Ein Halbfinale, (hoffentlich!) ein Finale und (hoffentlichhoffentlich!!) ein Preisträgerkonzert in der Carnegie Hall. Und sonst? Da würde in neun Tagen viel Zeit bleiben, die auch nicht komplett mit Proben zu füllen sein, sondern sicher auch mit Sightseeing und Shopping, Burgern, Starbucks und all den anderen typischen New York-Attraktionen angereichert werden würde - begleitet aber immer von wettbewerbstypischen Nervositäts-, Aufregungs- und sonstigen Gefühlswallungen. Soviel war uns schon vorher klar.
Zum Glück lief aber von Anfang an alles glatt - die Flüge am Mittwoch (wieder über den altbekannten Charles de Gaulle-Flughafen in Paris) waren pünktlich, die Einreise ging schnell vonstatten, und auch unser Taxifahrer fand nach nur zehn Minuten Telefonat unser Hotel, das mit Blick auf die Skyline angekündigt war - und dieses Versprechen auch einlösen konnte, wenn auch nicht unbedingt postkartenreif. Trotzdem: So geht man gern jetlaggeplagt ins Bett - die Queensborough Bridge leuchtet in den Schlaf, Manhattan glitzert sternengleich dahinter, und der Fernseher besitzt zum Glück auch eine AUS-Taste.
Genug aber der Romantik. Morgens dann - (keine Sorge, hier wird nicht von jedem einzelnen Tag berichtet werden!) - morgens dann also die erste wirkliche amerikanische Klischee-Begegnung: Das Frühstück. Serviert wurde ein Buffet, das einen guten Eindruck machte (und uns ja die nächsten Tage immer wieder begegnen würde!), aber weder für Menschen auf Diät noch für umweltbewußt Reisende noch für Schnellesser geeignet war. Der Grimmsche goldene Märchenteller war weit entfernt; hier aß man mit Plastebesteck von Styroportellern und trank aus ebensolchen Bechern; man aß Waffeln mit Sirup (abgepackt, auch als Diätsirup erhältlich!), (wahrscheinlich) Analog-Ei mit Buletten, Toast oder Donuts mit Butter (abgepackt), Marmelade, Honig, Frischkäse, Erdnussbutter usw. (ebenfalls alles abgepackt) - und am Ende des Mahles wurde man von einem Zettel freundlich aufgefordert, alles in einen sich sehr schnell füllenden Müllsack zu werfen. Kaffee (immerhin: keinen schlechten!) gab es aus einem sehr langsamen Automaten, auch der Toaster war kein Sprint-Weltmeister, so dass man viel Zeit mit Schlangestehen verbrachte. Dies aber war ein Leitmotiv der Reise; Amerikaner sind sehr geduldig und diszipliniert, was dieses angeht.
Herrlich ist hingegen eine Wochenkarte für die S- und U-Bahn in New York. Da man in diesen Zügen einen großen Teil seiner Zeit verbringt (und so wesentlich schneller als im Auto ist), lohnt sich die Wochen-Flatrate. Wir probten erstmal, gingen eine erste Schnupperrunde durch die Stadt und beschlossen den ersten Tag mit einem Besuch im Outback, einem uns bereits vom letzten Jahr bekannten Restaurant. Hier fiel auf, dass in den USA aus irgendeinem Grund auf den Speisekarten der Brennwert der Speisen (in Kilokalorien) aufgeführt ist - möglicherweise, um den Besuchern (erfolglos) Angst zu machen. Ein Hauptgericht hatte um die 1000-2000 kcal, hier ein Auszug aus der Dessertkarte:

Der Favorit des Verfassers: Nutter Butter Peanut Butter Pie mit 1840 kcal (!), das Sweet Adventure Sampler Trio mit 2720 kcal (!!) wurde aber auch probiert. Lecker ist das alles (eigentlich ausnahmslos), aber abnehmen kann man in diesem Lande wirklich nicht.
Nun mag der aufmerksame Leser sich fragen, wo denn nun der Wettbewerb bei diesen ganzen Essensberichten bleibt? Wir haben uns das auch gefragt; kennt man Wettbewerbe doch eigentlich so, dass es irgendwo ein Wettbewerbsbüro gibt, wo man Broschüren, Schlüsselbänder, Namensschilder usw. bekommt und Fragen stellen kann. Solcherlei gab es in New York nicht; wir wussten nur, dass wir uns eine halbe Stunde vor Beginn unseres Halbfinalauftrittes am Freitag an einer bestimmten Adresse einfinden sollten. Und so geschah es; wir kamen an, wurden begrüßt, es gab (wieder einmal) ein Buffet und Kaffee, aber leider nur eine Garderobe für recht viele Künstler. Dann kam der Auftritt, bei dem die Jury sich die Stücke aus einem 60-min-Pool aussuchte (wir sangen 15 Minuten), und anschließend wurden wir freundlich nach Hause geschickt. Das Ergebnis würde per Telefon bekanntgegeben - ob man also ins Finale gekommen sei. So spannend das auch klingt: Es war schon auch etwas unpersönlich, aber das sollte sich später ändern.
Also warteten wir auf den Anruf, und nachdem dieser des Abends eine positive Nachricht brachte, hatte der Verfasser dieser Zeilen das große Vergnügen, über den Dächern von Manhattan den ersten Long Island Ice tea seines Lebens trinken zu können. Wunderschön!
Nun stand ein freies Wochenende an, denn das Finale fand erst am Dienstag statt. Dieses wurde intensiv zum Besichtigen der Stadt und zum Shopping genutzt; besonders beeindruckend war hier ein Schild vor einer Kirche, auf dem der morgige Gottesdienst angekündigt wurde:

"Laserchirurgie für die Seele" - jaja, wenn das nicht vielversprechend klingt!
Dienstags dann das Finale. Dieses fand öffentlich statt, und wir durften uns unser Programm (20 min.) auch selbst aussuchen. Zwölf Künstler waren insgesamt noch im Rennen (von 350 zu Beginn). Wir sangen, und anschließend hieß es wieder: warten aufs Telefon! Diesmal allerdings noch länger - wir waren 12.30 Uhr fertig, und der Anruf kam gegen 19 Uhr. Wir seien Preisträger und dürften in der Carnegie Hall beim Preisträgerkonzert morgen (also am Mittwoch, 21.10.2009) mitwirken. Wer nun der First Prize gewonnen hat, würde erst dort verraten. Die Spannung blieb also.
Umso schöner war es dann aber, am Mittwoch diesen dann verliehen zu bekommen - nun also sind wir in die Concert Artist Guild aufgenommen! Stolz und Freude machte sich breit. Und endlich, nach diesem Konzert, lernten wir bei einem ausgesprochen herzlichen Empfang die Menschen kennen, die hinter dem Kürzel CAG stehen; und es sind ausgesprochen freundliche und nette Leute, die uns zukünftig in den USA und Kanada vertreten werden. Wir freuen uns drauf!
Nicht unerwähnt bleiben soll zum Schluss noch die Affinität der US-Bürger zum Schlangestehen; einen diesbezüglichen Höhepunkt erlebten wir nämlich am Rückreisedonnerstag auf dem Flughafen John F. Kennedy in New York. Es ist schon erstaunlich, wie dort mitunter am Nervenkostüm der Reisenden gezerrt wird: Einchecken - nein, das müssen Sie am Automaten. Ja, mit Bordkarte dürfen Sie sich dann hier anstellen, um Ihr Gepäck aufzugeben. Ja, bitte nehmen Sie Ihr Gepäck jetzt wieder mit (anstatt es einfach aufzugeben) und bringen Sie es zur Durchleuchtung an diese Stelle dort hinten. Nein, diese Stelle ist zwar markiert mit "Drop off luggage here", aber Sie müssen trotzdem dort rüber, hier ist nämlich zu. Ja, stellen Sie sich hier an, um das Gepäck abzugeben. Ja, stellen Sie sich hier an, um Ihre Bordkarte zu zeigen. Ja, stellen Sie sich hier an und ziehen Sie Schuhe, Jacke, Gürtel usw. aus, um sich durchleuchten zu lassen. Und so weiter - wir Europäer sind hier bei weitem nicht so abgebrüht wie Amerikaner, die dies mit stoischen Gleichmut ertragen können. Ach, wäre uns soviel Geduld auch zu eigen!
Noch während unseres Aufenthaltes in New York (genaugenommen am Sonntag, dem 18.10.2009) wurden in Dresden in der Semperoper die diesjährigen ECHO Klassik's vergeben; und obwohl wir nicht dabeisein konnten, freuen wir uns natürlich sehr darüber! Die Sendung blieb auch uns freilich nicht verborgen - immerhin hatten wir im New Yorker Hotel (zwar kein besonders schnelles) Internet und konnten daher im Nachhinein kurz hineinschauen. Dank an dieser Stelle an all die freundlichen Glückwünsche per Gästebuch und Mail - wir haben uns sehr darüber gefreut!
Leider können wir aber noch kein Foto mit Trophäe veröffentlichen, da uns diese noch nicht erreicht hat. Sobald sie aber eintrifft, werden wir dies hier selbstverständlich sofort nachreichen. Bis dahin genügt es, sich einfach so über diese Auszeichnung zu freuen.
Und damit haben wir den Höhepunkt der Woche für Calmus erreicht: Die Feier des zehnten Ensemblegeburtstages im Leipziger Gewandhaus. Vergessen ist der Stress vorher (Jetlag, Probenmarathon am Samstag usw.) - es war ein so wunderbares Konzert, dass dem Verfasser eigentlich (und das kommt selten vor!) die Worte fehlen. 185 Minuten vollkommenen Glückes waren es aus unserer Sicht.
Es ist uns natürlich ein großes Bedürfnis, ganz vielen Menschen und Institutionen zu danken. Dies tun wir in einer sehr langen Liste nicht hier, sondern sozusagen gleich nebenan. Froh und dankbar sind wir über fast 1000 Besucher von (mindestens) zwei Kontinenten - und über deren Durchhaltevermögen. Drei Stunden sind schließlich kein Pappenstiel!
Wer es nicht geschafft hat, ins Konzert zu kommen, der hat die Gelegenheit, im Radio mindestens Auszügen daraus zu lauschen: auf MDR Figaro am 7.11. um 16 Uhr.
Nun werden wir die Zeit bis zum nächsten Konzert (am 4.11. in Winsen/Luhe) etwas entspannter angehen lassen, uns etwas erholen - und dann nichts wie rein ins nächste Jahrzehnt!
Zuletzt ist es uns eine große Ehre, auf das Benefizprojekt "Wiegenlieder" von Carus und SWR2 verweisen zu dürfen. Dort haben sich unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel über 100 Künstler für das Singen mit Kindern engagiert, so auch wir. Inzwischen gibt es CDs zum Hören und Mitsingen, Bücher und Noten zum Thema Wiegenlied. Belesen Sie sich einfach auf der Website www.wiegenlieder.org! Von jeder verkauften CD und jedem verkauften Liederbuch gehen 2 EURO direkt an die "Herzenssache e.V.", die Hilfsaktion von SWR und SR.
Vielen Dank - Calmus ist nun zehn Jahre alt; wir danken allen, die unseren Weg solange (oder auch kürzer) begleitet haben! Wir freuen uns sehr und hoffen, Sie auch die nächsten zehn Jahre an unserer Seite zu haben...
Nun aber zum Bericht, beginnend mit unserem Ausflug nach New York. - Noch eines vorab: Dies ist ein sehr langer Bericht; sollten Sie in fünf Minuten einen Termin haben, so könnte es knapp werden. Aber er wird auch noch dasein, wenn Sie wieder am Rechner sitzen...
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1. New York
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Es ist schon immer wieder etwas Besonderes, über den Atlantik in die Vereinigten Staaten zu fliegen; dieses Mal aber war es nocheinmal ganz anders als sonst. Uns erwarteten neun Tage in New York, in denen es maximal drei Auftritte zu gestalten gab: Ein Halbfinale, (hoffentlich!) ein Finale und (hoffentlichhoffentlich!!) ein Preisträgerkonzert in der Carnegie Hall. Und sonst? Da würde in neun Tagen viel Zeit bleiben, die auch nicht komplett mit Proben zu füllen sein, sondern sicher auch mit Sightseeing und Shopping, Burgern, Starbucks und all den anderen typischen New York-Attraktionen angereichert werden würde - begleitet aber immer von wettbewerbstypischen Nervositäts-, Aufregungs- und sonstigen Gefühlswallungen. Soviel war uns schon vorher klar.
Zum Glück lief aber von Anfang an alles glatt - die Flüge am Mittwoch (wieder über den altbekannten Charles de Gaulle-Flughafen in Paris) waren pünktlich, die Einreise ging schnell vonstatten, und auch unser Taxifahrer fand nach nur zehn Minuten Telefonat unser Hotel, das mit Blick auf die Skyline angekündigt war - und dieses Versprechen auch einlösen konnte, wenn auch nicht unbedingt postkartenreif. Trotzdem: So geht man gern jetlaggeplagt ins Bett - die Queensborough Bridge leuchtet in den Schlaf, Manhattan glitzert sternengleich dahinter, und der Fernseher besitzt zum Glück auch eine AUS-Taste.
Genug aber der Romantik. Morgens dann - (keine Sorge, hier wird nicht von jedem einzelnen Tag berichtet werden!) - morgens dann also die erste wirkliche amerikanische Klischee-Begegnung: Das Frühstück. Serviert wurde ein Buffet, das einen guten Eindruck machte (und uns ja die nächsten Tage immer wieder begegnen würde!), aber weder für Menschen auf Diät noch für umweltbewußt Reisende noch für Schnellesser geeignet war. Der Grimmsche goldene Märchenteller war weit entfernt; hier aß man mit Plastebesteck von Styroportellern und trank aus ebensolchen Bechern; man aß Waffeln mit Sirup (abgepackt, auch als Diätsirup erhältlich!), (wahrscheinlich) Analog-Ei mit Buletten, Toast oder Donuts mit Butter (abgepackt), Marmelade, Honig, Frischkäse, Erdnussbutter usw. (ebenfalls alles abgepackt) - und am Ende des Mahles wurde man von einem Zettel freundlich aufgefordert, alles in einen sich sehr schnell füllenden Müllsack zu werfen. Kaffee (immerhin: keinen schlechten!) gab es aus einem sehr langsamen Automaten, auch der Toaster war kein Sprint-Weltmeister, so dass man viel Zeit mit Schlangestehen verbrachte. Dies aber war ein Leitmotiv der Reise; Amerikaner sind sehr geduldig und diszipliniert, was dieses angeht.
Herrlich ist hingegen eine Wochenkarte für die S- und U-Bahn in New York. Da man in diesen Zügen einen großen Teil seiner Zeit verbringt (und so wesentlich schneller als im Auto ist), lohnt sich die Wochen-Flatrate. Wir probten erstmal, gingen eine erste Schnupperrunde durch die Stadt und beschlossen den ersten Tag mit einem Besuch im Outback, einem uns bereits vom letzten Jahr bekannten Restaurant. Hier fiel auf, dass in den USA aus irgendeinem Grund auf den Speisekarten der Brennwert der Speisen (in Kilokalorien) aufgeführt ist - möglicherweise, um den Besuchern (erfolglos) Angst zu machen. Ein Hauptgericht hatte um die 1000-2000 kcal, hier ein Auszug aus der Dessertkarte:

Der Favorit des Verfassers: Nutter Butter Peanut Butter Pie mit 1840 kcal (!), das Sweet Adventure Sampler Trio mit 2720 kcal (!!) wurde aber auch probiert. Lecker ist das alles (eigentlich ausnahmslos), aber abnehmen kann man in diesem Lande wirklich nicht.
Nun mag der aufmerksame Leser sich fragen, wo denn nun der Wettbewerb bei diesen ganzen Essensberichten bleibt? Wir haben uns das auch gefragt; kennt man Wettbewerbe doch eigentlich so, dass es irgendwo ein Wettbewerbsbüro gibt, wo man Broschüren, Schlüsselbänder, Namensschilder usw. bekommt und Fragen stellen kann. Solcherlei gab es in New York nicht; wir wussten nur, dass wir uns eine halbe Stunde vor Beginn unseres Halbfinalauftrittes am Freitag an einer bestimmten Adresse einfinden sollten. Und so geschah es; wir kamen an, wurden begrüßt, es gab (wieder einmal) ein Buffet und Kaffee, aber leider nur eine Garderobe für recht viele Künstler. Dann kam der Auftritt, bei dem die Jury sich die Stücke aus einem 60-min-Pool aussuchte (wir sangen 15 Minuten), und anschließend wurden wir freundlich nach Hause geschickt. Das Ergebnis würde per Telefon bekanntgegeben - ob man also ins Finale gekommen sei. So spannend das auch klingt: Es war schon auch etwas unpersönlich, aber das sollte sich später ändern.
Also warteten wir auf den Anruf, und nachdem dieser des Abends eine positive Nachricht brachte, hatte der Verfasser dieser Zeilen das große Vergnügen, über den Dächern von Manhattan den ersten Long Island Ice tea seines Lebens trinken zu können. Wunderschön!
Nun stand ein freies Wochenende an, denn das Finale fand erst am Dienstag statt. Dieses wurde intensiv zum Besichtigen der Stadt und zum Shopping genutzt; besonders beeindruckend war hier ein Schild vor einer Kirche, auf dem der morgige Gottesdienst angekündigt wurde:

"Laserchirurgie für die Seele" - jaja, wenn das nicht vielversprechend klingt!
Dienstags dann das Finale. Dieses fand öffentlich statt, und wir durften uns unser Programm (20 min.) auch selbst aussuchen. Zwölf Künstler waren insgesamt noch im Rennen (von 350 zu Beginn). Wir sangen, und anschließend hieß es wieder: warten aufs Telefon! Diesmal allerdings noch länger - wir waren 12.30 Uhr fertig, und der Anruf kam gegen 19 Uhr. Wir seien Preisträger und dürften in der Carnegie Hall beim Preisträgerkonzert morgen (also am Mittwoch, 21.10.2009) mitwirken. Wer nun der First Prize gewonnen hat, würde erst dort verraten. Die Spannung blieb also.
Umso schöner war es dann aber, am Mittwoch diesen dann verliehen zu bekommen - nun also sind wir in die Concert Artist Guild aufgenommen! Stolz und Freude machte sich breit. Und endlich, nach diesem Konzert, lernten wir bei einem ausgesprochen herzlichen Empfang die Menschen kennen, die hinter dem Kürzel CAG stehen; und es sind ausgesprochen freundliche und nette Leute, die uns zukünftig in den USA und Kanada vertreten werden. Wir freuen uns drauf!
Nicht unerwähnt bleiben soll zum Schluss noch die Affinität der US-Bürger zum Schlangestehen; einen diesbezüglichen Höhepunkt erlebten wir nämlich am Rückreisedonnerstag auf dem Flughafen John F. Kennedy in New York. Es ist schon erstaunlich, wie dort mitunter am Nervenkostüm der Reisenden gezerrt wird: Einchecken - nein, das müssen Sie am Automaten. Ja, mit Bordkarte dürfen Sie sich dann hier anstellen, um Ihr Gepäck aufzugeben. Ja, bitte nehmen Sie Ihr Gepäck jetzt wieder mit (anstatt es einfach aufzugeben) und bringen Sie es zur Durchleuchtung an diese Stelle dort hinten. Nein, diese Stelle ist zwar markiert mit "Drop off luggage here", aber Sie müssen trotzdem dort rüber, hier ist nämlich zu. Ja, stellen Sie sich hier an, um das Gepäck abzugeben. Ja, stellen Sie sich hier an, um Ihre Bordkarte zu zeigen. Ja, stellen Sie sich hier an und ziehen Sie Schuhe, Jacke, Gürtel usw. aus, um sich durchleuchten zu lassen. Und so weiter - wir Europäer sind hier bei weitem nicht so abgebrüht wie Amerikaner, die dies mit stoischen Gleichmut ertragen können. Ach, wäre uns soviel Geduld auch zu eigen!
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2. ECHO Klassik
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2. ECHO Klassik
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Noch während unseres Aufenthaltes in New York (genaugenommen am Sonntag, dem 18.10.2009) wurden in Dresden in der Semperoper die diesjährigen ECHO Klassik's vergeben; und obwohl wir nicht dabeisein konnten, freuen wir uns natürlich sehr darüber! Die Sendung blieb auch uns freilich nicht verborgen - immerhin hatten wir im New Yorker Hotel (zwar kein besonders schnelles) Internet und konnten daher im Nachhinein kurz hineinschauen. Dank an dieser Stelle an all die freundlichen Glückwünsche per Gästebuch und Mail - wir haben uns sehr darüber gefreut!
Leider können wir aber noch kein Foto mit Trophäe veröffentlichen, da uns diese noch nicht erreicht hat. Sobald sie aber eintrifft, werden wir dies hier selbstverständlich sofort nachreichen. Bis dahin genügt es, sich einfach so über diese Auszeichnung zu freuen.
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3. 10 Jahre Calmus
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3. 10 Jahre Calmus
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Und damit haben wir den Höhepunkt der Woche für Calmus erreicht: Die Feier des zehnten Ensemblegeburtstages im Leipziger Gewandhaus. Vergessen ist der Stress vorher (Jetlag, Probenmarathon am Samstag usw.) - es war ein so wunderbares Konzert, dass dem Verfasser eigentlich (und das kommt selten vor!) die Worte fehlen. 185 Minuten vollkommenen Glückes waren es aus unserer Sicht.
Es ist uns natürlich ein großes Bedürfnis, ganz vielen Menschen und Institutionen zu danken. Dies tun wir in einer sehr langen Liste nicht hier, sondern sozusagen gleich nebenan. Froh und dankbar sind wir über fast 1000 Besucher von (mindestens) zwei Kontinenten - und über deren Durchhaltevermögen. Drei Stunden sind schließlich kein Pappenstiel!
Wer es nicht geschafft hat, ins Konzert zu kommen, der hat die Gelegenheit, im Radio mindestens Auszügen daraus zu lauschen: auf MDR Figaro am 7.11. um 16 Uhr.
Nun werden wir die Zeit bis zum nächsten Konzert (am 4.11. in Winsen/Luhe) etwas entspannter angehen lassen, uns etwas erholen - und dann nichts wie rein ins nächste Jahrzehnt!
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4. Wiegenlieder
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Zuletzt ist es uns eine große Ehre, auf das Benefizprojekt "Wiegenlieder" von Carus und SWR2 verweisen zu dürfen. Dort haben sich unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel über 100 Künstler für das Singen mit Kindern engagiert, so auch wir. Inzwischen gibt es CDs zum Hören und Mitsingen, Bücher und Noten zum Thema Wiegenlied. Belesen Sie sich einfach auf der Website www.wiegenlieder.org! Von jeder verkauften CD und jedem verkauften Liederbuch gehen 2 EURO direkt an die "Herzenssache e.V.", die Hilfsaktion von SWR und SR.
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