24. Dez 2007
Blog: Ohne 4: Spiel 5! Verlustrate:100 %! Gesünder, aber billiger! Frohes Fest...
Von der Mittagspause kennt ja jeder den Unterschied zwischen Einschlafen und Ruhen. Ruhen ist mitunter dem Einschlafen vorzuziehen, ist es doch viel weniger endgültig, sondern eine eher vorübergehende Angelegenheit. Warum wir so auf diesen Unterschied drängen?
Unser Blog erfuhr ja in der letzten Zeit ebenfalls eine (durch künstlerische Vorweihnachtstätigkeit bedingte) Ruhepause. Man möge uns jedoch verzeihen und keinesfalls von Einschlafen sprechen! Was in der Zwischenzeit geschah, wie es unserem Raststättentest ergeht, und wie dieser Bericht trotz seiner Überschrift ganz ohne Skat auskommt – nun ja, dies alles folgt nun in bester Weihnachtsmanier voller Ruhe, ganz entspannt. Das fällt nicht schwer: Diese Zeilen werden 6000 Meter über den Alpen bei klarstem Wetter in ein Notizbuch geschrieben und erst nach Ankunft in einen heimischen Computer übertragen. Ja, für Sie, geneigter Leser, sind wir auch am Heiligabend noch tätig!
Wir hatten ja zunächst gar nicht erwartet, dass unser Raststättentest so viele Reaktionen hervorrufen würde – kürzlich fanden wir ihn sogar in einer (nicht von uns selbst verfassten) Biografie des Ensembles erwähnt. Dies freut uns freilich; daher hier zunächst noch eine ausstehende Bewertung:
- A2 Magdeburg -> Hannover: Rasthof Börde
Essen 6.0 Ambiente 6.2
Langsame Bedienung, sparsame Portionen, ziemlich teuer. Kuchen hingegen riesig und relativ billig
Kurz nach Einführung des Tests merkte eine Leserin im Gästebuch an, man könne ja statt Currywurst auch Schnittchen schmieren und auf die Reisen mitnehmen. Der wahre Grund für die lange Test-Ruhepause liegt nun darin, dass wir in letzter Zeit versuchen, diesem Rat zu folgen – es ist gesünder, aber billiger. Ganz vermeiden kann man die Raststätten freilich nicht, aber die Tests werden wohl zunächst eher seltener werden/bleiben. Aber man kann es nie ausschließen: Es kommen vielleicht auch wieder bessere (?) Zeiten…
Soeben überfliegen wir München.
Dass die Weihnachtszeit für Sänger im Allgemeinen erhöhten künstlerischen Output bedeutet, wurde ja eingangs schon erwähnt; nicht aber zur Sprache kam der virale und bakterielle Input, der uns am 8. und 9 Dezember folgendes Bild bescherte:

In diesem Jahr erwischte es Anja, und so wurden die Konzerte in Lauf an der Pegnitz und Würzburg-Rottenbauer von den vier Herren gesungen – was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Zugegeben: Im Vorfeld waren wir versucht, uns dem Gedanken an Konzertausfall hinzugeben, aber mehrere Faktoren stimmten uns um: 1. Wir fanden auch zu viert genügend Stücke für ein vollständiges Konzertprogramm. 2. Wir wollten das Publikum in Lauf nicht enttäuschen. 3. Wir durften das Publikum in Würzburg nicht verprellen – dort fiel nämlich im letzten Jahr (krankheitsbedingt – damals traf es Joe) bereits das Calmus-Konzert aus und wurde auf dieses Jahr verlegt. Man soll ja nicht auf den Gedanken kommen, wir hätten etwas gegen Würzburg – haben wir nämlich überhaupt nicht!
Ein anderes einschneidendes Erlebnis im Dezember fand wieder einmal in unserem Bus statt:
Dass wir übrigens momentan im Flugzeug sitzen, hat den Hintergrund, dass wir uns (beinahe spontan) nach Sardinien aufmachten, um einige Premieren zu erleben. Nun gut, „das erste Calmus-Konzert auf einer italienischen Insel“ mag dem einen oder anderen doch etwas konstruiert vorkommen; und er hätte recht! Daher führen wir diese Premiere hier auch gar nicht an, ebenso wie „Calmus reist mit zwei getrennten Flügen nach Italien“ – das ist nämlich gar keine Premiere. (Ludwig musste eines Chorkonzertes wegen schon nach Treviso (Anfang Dezember) einzeln anreisen; dies wiederholte sich nun.)
Nein, die erste Premiere spielte sich während der Hinreise ab: Schon unser Flug Berlin (Tegel) – Rom hatte eine Stunde Verspätung. In Rom wurden wir schon erwartet und innerhalb kürzester Zeit zum Gate des Fluges Rom – Cagliari geleitet, wo das Besteigen des Flugzeuges bereits im Gange war. Insofern war dies der kürzeste Aufenthalt, den wir vier (ohne Ludwig) jemals in einem Flughafen hatten (Premiere 1); aber es führte vor allem dazu, dass das Gepäck aller vier in Rom blieb (Premiere 2)! Ein echter Schock, da wir am nächsten Tag Konzert hatten…
Der Landeanflug auf Berlin (Tegel) beginnt.
Der Plan sah vor, in Cagliari zu übernachten, am nächsten Tag Ludwig vom Flughafen abzuholen – und bestenfalls auch unser Gepäck! – und dann in den Konzertort Terralba zu fahren. Wir hatten großes Glück: Während wir Ludwig noch beauftragten, auch nach unserem Gepäck zu schauen, wurden wir selbst fündig. Was für eine Wiedersehensfreude!

Ludwig allerdings ließ etwas auf sich warten, und schließlich stellte sich heraus: Er wartete nicht auf unseres, sondern auf sein Gepäck – das in Rom geblieben war.
Premiere 3 also: 100 Prozent Verlustrate bei der Gepäckbeförderung von fünf Personen. Wir sind nach wie vor gebührend beeindruckt! Ludwigs Koffer wurde dann übrigens noch vor dem Konzert nachgeliefert, es ging also letzten Endes noch einmal alles gut. Was wir uns im Moment noch fragen, ist allerdings:
Finden wir unsere Koffer vor, wenn wir gleich in Berlin aussteigen? Wir flogen nämlich auch jetzt auf der Heimreise über Rom, hatten aber diesmal mehr Zeit zum Umsteigen und außerdem (im Gegensatz zum Hinflug) große „TRANSIT“-Banderolen am Gepäck. Die Fluggesellschaft rechnete wohl mit dem Schlimmsten…
Und so beginnt unser Heiligabend im Flugzeug, und mit Gepäck nach Hause fahren zu können wäre wohl unser schönstes Weihnachtsgeschenk… Wir wollen nicht klagen, denn ansonsten war es sehr schön in Sardinien – aber solche Erlebnisse prägen die Menschen. Mal sehen, gleich setzen wir auf.
Ihnen allen wünschen wir damit ein frohes Fest!
PS.: Alles ging gut. Unser Gepäck ist angekommen - und es gab sogar noch eine Premiere: Tobias konnte seine Tasche als erster Fluggast vom Band nehmen... Jetzt aber nichts wie hin zur Familienfeier!
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