
Geschichte
DruckenUmbruch 2001: Das Wagnis Sextett
Es gab aber durchaus Gründe, über eine weitere Erweiterung der Gruppe nachzudenken. Vor allem wollten die fünf in der Lage sein, noch mehr Literatur singen zu können, als sie es im Jahre 2000 konnten – es fehlte eine wirklich hohe Stimme. (Sebastian war eben doch „nur“ ein Alt. Ein Sopran war ein gar zu verlockender Gedanke.) Und so brachte Ludwig eines Tages die Idee mit, eine Sopranistin aus einem Chor, dem er auch angehörte, vorsingen zu lassen. Gesagt, getan: Eine Probe mit Anja Lipfert genügte, um auch die letzten Zweifler in der Gruppe zu überzeugen – auch mit einer Frau und fünf Männern könnte Calmus gut funktionieren. Und so kam Anja Lipfert zu Calmus.
Nur einige Monate später passierte erstmals das, was Calmus zukünftig öfter begegnen sollte: Markus Arnold sah seine Zukunft weniger im Ensemblesingen als im Studium und beschloss die Gruppe zu verlassen. Sein Nachfolger, wieder ein Thomaner, wurde Sven Schönborn. Und diese Besetzung war es, die sich erstmals ernsthaft das Ziel setzte, Calmus vom Hobby zum Beruf zu machen. Da Markus bis dato die Organisation der Konzerte übernommen hatte, kein anderer der Sänger(innen) aber in der Lage war, dieses stetig wachsende Amt zu übernehmen, holten die sechs noch einen Manager ins Boot: Jens Kaiser, ebenfalls ehemaliger Thomaner.
Von Mitte 2001 an beschleunigte sich dann die Geschichte des Ensembles: Zunächst lernten die sechs einen CD-Verleger kennen (Klaus-Jürgen Kamprad, Verlag querstand) , der sie gern in seinem Katalog haben wollte – und es entstand Ende 2001 die erste Calmus-CD „Dir, dir, Jehova, will ich singen“. Bis heute wurde daraus eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit…
Als Glücksgriff erwies sich auch, dass Ludwig im Rahmen seines Studiums Fredo Jung kennenlernte – es sollte nicht lange dauern, und dieser begann wunderbare Arrangements und Kompositionen für Calmus zu schreiben: Die Vogelhochzeit, Das Jahr im Lied und viele weitere.
Ebenfalls in dieser Zeit fand das erste Auslandskonzert von Calmus statt (in Tschechien). Überhaupt erhöhte sich die Anzahl der Konzerte drastisch, und im Rahmen dessen intensivierte sich auch die Tätigkeit der einzelnen Sänger für Calmus enorm.
Ein weiterer Meilenstein war die Teilnahme am ersten Wettbewerb: 2002 stellte sich Calmus in Bonn beim dortigen Deutschen Musikwettbewerb erstmals dem Urteil einer Jury, das ziemlich erfolgreich ausfiel: Immerhin wurden sie in die „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler“ (BAKJK) aufgenommen, was eine hohe Konzertzahl 2003 versprach. Kurz danach (ebenfalls 2002) belegten sie den ersten Platz beim 4. Internationalen Robert-Schumann-Chorwettbewerb in Zwickau. Langsam aber sicher begann Calmus sich einen Namen zu machen.
Zu Beginn des Jahres 2003 entstand die zweite CD der Gruppe: „farb töne“.